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Mobile Retter – Wenn jede Sekunde zählt

Die Mobilen Retter Heiner Alsmeier und Norbert Boyer zeigen die lebensrettende Herzdruckmassage an einer Puppe.

Das Projekt „Mobile Retter“ ist eine Smartphone basierte Alarmierung qualifizierter Ersthelfer. Die Herzdruckmassage ist eine ihrer Hauptleistungen. Es ist ein gemeinsames Projekt der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim.


„Im Landkreis Emsland gibt es etwa 200 Reanimationen jährlich. Die Mobilen Retter sind kein Ersatz zum Regelrettungsdienst, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Es gibt überall Menschen, die das fachliche, aber auch das menschliche Potenzial haben. 20 Menschen sind schon bereit für das Projekt, 100 weitere Menschen haben schon Interesse gezeigt“, betont Dezernent des Landkreises Emsland, Marc André Burgdorf.


Auch Stefanie Geiger, Fachbereichsleiterin Sicherheit und Ordnung im Landkreis Grafschaft Bentheim, betont: „Es ist toll, dass mit so einem Elan daran gegangen wird. So wird der Rettungsdienst effizient unterstützt. Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim übernehmen die Vorreiterrolle, denn sie starten das Projekt in Niedersachsen. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass es die Möglichkeit der Nachsorge für die Mobilen Retter gibt.“


Dr. Wolfgang Hagemann, Leitender Notarzt der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, erläutert: „In den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim gibt es jährlich 350 Herz-Kreislauf-Stillstände, 25 Patienten überleben mit einem akzeptablem Zustand und 50 Personen hätten gerettet werden können, wenn die Herzdruckmassage früher begonnen hätte, denn nach wenigen Minuten ist das Gehirn bereits geschädigt. Das bedeutet, es muss schneller als der Rettungsdienst ein qualifizierter Ersthelfer für die Herzdruckmassage am Einsatzort sein.“
Alle, die im weitesten Bereich in der Rettung tätig sind, können daher Mobile Retter werden. Dazu gehören zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger, Notfallsanitäter, Ärzte oder Feuerwehrleute. Sie befinden sich vielleicht nur wenige Gehminuten vom Einsatzort und könnten mit der lebensrettenden Herzdruckmassage beginnen, bevor der Rettungsdienst eintrifft.


Wer Mobiler Retter werden möchte, meldet sich online an, registriert sich, nimmt an einer Schulung/ einem Training teil und unterschreibt eine Vereinbarung mit den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim, welche zum Beispiel die Punkte Datenschutz und Schweigepflicht enthält.
Die Mobilen Retter, die sich am nächsten an der zu rettenden Person befinden, werden bei zeitkritischen Notfällen, das bedeutet, wenn eine Person bewusstlos ist und einen Herz-Kreislauf-Stillstand hat, auf ihrem Smartphone alarmiert und können anklicken, ob sie einsatzbereit sind. Daraufhin werden genaue Infos zum Standort auf ihrem Smartphone angezeigt und sie laufen oder fahren sofort los.


Die Mitarbeiter in der Leitstelle sagen dem Anrufer, dass neben dem Rettungsdienst auch ein Mobiler Retter alarmiert wurde und wahrscheinlich vor dem Rettungsdienst da sein wird.


Es können auch mehrere Mobile Retter alarmiert werden. Der Erste am Einsatzort übernimmt dann die Herzdruckmassage. Der Zweite kann einen Defibrillator holen. Die Herzdruckmassage hat immer Vorrang, der Defibrillator kommt ergänzend dazu.


Es wird gehofft, dass die Zahl der erfolgreichen Reanimationen steigt und gleichzeitig, dass die Hirnschäden verringert werden.
Weitere Informationen finden Sie unter www.mobile-retter.de

1. November 2016 07:36 Uhr. Alter: 261 Tage