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Geburt auf der Osttangente: „Und dann hat es Plopp gemacht“

Manchmal haben Babys es besonders eilig und suchen sich ungewöhnliche Orte für ihre Geburt aus. So kam am Samstag ein kleiner Junge im Auto seiner Eltern auf der Osttangente zur Welt. Die junge Familie hat die Überraschung unbeschadet überstanden.

Geburten auf dem Weg zur Klinik sind selten. In der Grafschaft gab es vor dem aktuellen Fall einen im Jahr 2000. Symbolfoto: Stephan Konjer

Auch für Rettungskräfte und Ärzte sind Blitzgeburten ein ungewöhnliches Ereignis. Um so schöner ist es, wenn, wie am Sonnabend, trotz aller widrigen Umstände alles glatt läuft. Wie berichtet, hatten die werdenden Eltern sich während einer Wehenpause selbst auf den Weg zur Euregio-Klinik gemacht. Doch an der Abfahrt von der B 403 auf die Osttangente kam der Geburtsvorgang wieder in Schwung. „Die Eltern waren selbst überrascht. Das hat nur ‚Plopp‘ gemacht und das Baby drängte ans Licht der Welt“, erzählten Ersthelfer. Die Polizei hatte zuvor noch schnell die Fahrbahn abgesperrt, der Rettungswagen des DRK war gerade vor Ort.

Auf Anfrage der GN berichtete der Chefarzt der Kinderabteilung an der Euregio-Klinik, Dr. Jörg Langlitz, der neugeborene Junge habe die Geburt gut überstanden. Mutter und Kind haben die Klinik am Montag bereits verlassen können. Bei Langlitz wurden durch die Geschichte Erinnerungen wach: Während seines Zivildienstes hatte er vor gut 30 Jahren als Sanitäter eine Geburt im Krankenwagen erlebt. „Wenn ich daran denke, komme ich heute noch ins Schwitzen“, erzählt er. Auch da war alles gut gegangen. Es komme immer mal wieder vor, dass Kinder zu Hause, in Taxen, im Rettungswagen auf die Welt kommen, so Langlitz. Vor allem bei Müttern, die bereits Kinder haben, könne es zu plötzlichen Geburten kommen. Obwohl das meistens gut gehe, sei es weitaus besser, wenn die Babys in einem Krankenhaus mit Geburtsabteilung geboren werden. Es könne immer zu ungeahnten Zwischenfällen kommen, für die man im Krankenhaus gerüstet sei. Daher rate er von Hausgeburten ab.

Auch für die Rettungssanitäter des DRK sind diese eher seltenen „freudigen Ereignisse“ außergewöhnlich, bestätigt der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, Eckhard Jürriens. Das passiere alle fünf bis zehn Jahre vielleicht einmal. Ein solches Ereignis ist in den GN dokumentiert: Am Neujahrsmorgen im Jahr 2000 erblickte ein kleines Mädchen in einem Rettungswagen das Licht der Welt. Weil es die kleine Ronja so eilig hatte, musste ihr die diensthabende Ärztin im Notarztwagen bis zur Baustelle des Blanke-Kreisels entgegenkommen. Einer der beiden Sanitäter hatte etliche Jahre zuvor schon einmal eine Geburt im Krankenwagen miterlebt.

6. Februar 2018 19:10 Uhr. Alter: 14 Tage