FSJ im Rettungsdienst: Maike Lefers über ein Jahr voller spannender Erfahrungen

Als Maike Lefers im Sommer 2018 ihren Dienst beim Deutschen Roten Kreuz antrat, kannte sie noch nicht einmal den Unterschied zwischen Krankenwagen und Rettungswagen. Das sieht heute völlig anders aus: Innerhalb eines Jahres hat die junge Neuenhauserin den Rettungsdienst in der Grafschaft bis ins Detail kennengelernt, zahlreiche Einsätze erlebt und viele spannende Erfahrungen gemacht. Auch wenn zunächst Einiges neu war für Maike, hat sie zu keinem Zeitpunkt die Entscheidung bereut, ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK zu absolvieren.

„Eigentlich wollte ich immer Lehramt studieren, war mir dann aber doch nicht mehr so sicher“, berichtet sie. „Außerdem wollte ich – wie es für viele junge Grafschafter typisch ist – nicht gleich von zu Hause weg“, fügt sie lachend hinzu. Ein FSJ in der Heimat kam ihr also sehr gelegen. Da ihr eine abwechslungsreiche Tätigkeit wichtig war, wurde sie schließlich auf den Rettungsdienst aufmerksam. Heute kann sie bestätigen, wie vielfältig die Arbeit ist: „Man weiß morgens nie, was tagsüber passiert.“

Zu Beginn ihres FSJ erfolgte die gut dreimonatige Ausbildung zur Rettungssanitäterin, welche aus einem schulischen Teil sowie aus Praktika auf der Rettungswache und im Krankenhaus besteht. „Zugegeben: Anfangs fühlte ich mich ziemlich ahnungslos. Während des Lehrgangs dachte ich: Muss ich das jetzt alles können oder kommt das mit der Zeit? Ich habe dann aber gemerkt: Vieles lernt man durchs Machen. Nach und nach stellen sich Routine und Sicherheit ein.“ Dies gilt dabei nicht nur für das medizinische Knowhow, sondern auch in Bezug auf Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn: „Anfangs war das gewöhnungsbedürftig – vor allem, weil man nie weiß, wie die anderen Autofahrer reagieren.“

Bevor Maike allerdings in den regulären Dienst auf dem Rettungswagen eingebunden wurde, fuhr sie als dritte Kraft mit zu den Einsätzen. „Ich kam erstaunlich gut auch mit schlimmen Situationen zurecht“, sagt sie. Einige Fälle sind ihr in Erinnerung geblieben – etwa ein Patient, der aus großer Höhe zu Boden gestürzt und später an seinen Verletzungen gestorben ist. Maike betont jedoch, dass solche Einsätze nicht an der Tagesordnung sind. Auch stellt sich manche Meldung vor Ort als viel weniger dramatisch dar als zunächst befürchtet: „Es kann passieren, dass das Alarmstichwort ,Leblose Person’ lautet, der Patient dir am Einsatzort aber entgegen läuft.“ Kommt es doch zu einem schwierigen Fall, folgt unmittelbar im Anschluss eine Einsatznachbesprechung – diese dient einerseits einem direkten Feedback und hilft andererseits, mit dem Erlebten abzuschließen.

Besonders schätzt Maike das gute Miteinander unter den Kollegen – sowohl hinsichtlich der anderen „FSJler“ als auch mit Blick auf die hauptamtlichen Mitarbeiter. „Man wird hier nicht allein gelassen und kann jederzeit Fragen stellen“, sagt sie.

Das Freiwillige Soziale Jahr hat Maike Lefers in vielerlei Hinsicht geprägt. „Mehrere Leute haben mir gesagt, ich sei selbstsicherer und selbstbewusster geworden.“ Auch habe die Arbeit im Rettungsdienst ihren Blick auf verschiedene Dinge geschärft: So achtet sie nun etwa darauf, dass die Wohnungseinrichtung einen Rettungseinsatz problemlos ermöglicht. Ebenso passt sie auf, sich als Autofahrerin gegenüber Einsatzfahrzeugen besonders vorbildlich zu verhalten.

Für Maike bedeutet das Ende des FSJ jedoch nicht das Ende ihrer Rettungsdienst-Zeit: Die Arbeit hat ihr so viel Freude bereitet, dass sie ab August 2019 weiterhin als Rettungssanitäterin bei DRK tätig sein wird. Ihr nächstes Ziel ist dann die mehrjährige Ausbildung zur Notfallsanitäterin. Dass sie ihre berufliche Erfüllung im Rettungsdienst finden würde, ist für Maike Lefers noch immer eine positive Überraschung: „Das hätte ich vorher niemals gedacht!“

Text und Foto: Sebastian Hamel