Rettung, Transport und Bevölkerungsschutz

Kurse im Überblick

Nutzen Sie unsere vielen Kursangebote, um sich das Wissen und die Fähigkeiten anzueignen, im Notfall richtig zu reagieren. Wir bieten für jeden Bedarf die passende Erste-Hilfe-Ausbildung.

Helfer vor Ort

Unsere Helfer vor Ort sind da, wenn sie gebraucht werden. Sie nehmen die Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vor.

Rettungsdienst

Patienten und Menschen in Not können sich immer auf den erfahrenen DRK-Rettungsdienst mit seinen modernen Einsatzfahrzeugen verlassen.

Kurse im Überblick

Erste Hilfe-Ausbildung (gem. DGUV)

Hier lernen Sie, wie sie bei Notfällen in Freizeit und Beruf richtig reagieren und Menschen helfen können.

Erste Hilfe-Fortbildung (gem. DGUV)

Bleiben Sie weiterhin am Ball! Frischen Sie Ihre Kenntnisse der Ersten Hilfe auf und vertiefen Sie Ihr Wissen.

Erste Hilfe Bildungs-und Betreuungseinrichtungen (EH am Kind)

Ein spezielles Angebot für Eltern, Großeltern, Erzieher und alle, die mit Kindern zu tun haben.

Erste Hilfe für Senioren

Dieser Kurs beinhaltet Themen der Ersten Hilfe, die fundiert auf die Bedürfnisse älterer Teilnehmer abgestimmt sind.

Kleiner Lebensretter

Der kleine Lebensretter dient der Auffrischung von Inhalten eines Erste-Hilfe-Kurses und bringt Wichtiges wieder ins Gedächtnis.

Erste-Hilfe-Online

Auch von Zuhause aus können Sie sich mit der Ersten Hilfe vertraut machen. Schauen Sie sich an, wie es geht.

Formulare und Anträge

Wir stellen Ihnen eine Auswahl von Kostenübernahmeanträgen und Onlineanmeldungen für betriebliche Ersthelfer bereit.

Helfer vor Ort

Die speziell fortgebildeten und ausgerüsteten Helfer vor Ort sind 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr einsatzbereit und unterstützen den hauptamtlichen Rettungsdienst bis zu dessen Eintreffen durch eine professionelle Erstversorgung der Notfallpatienten.

Zu den wichtigen Maßnahmen der Erstversorgung zählen die Frühdefibrillation, Basisreanimationsmaßnahmen, die Sicherung der Atemwege, die Stillung starker Blutungen sowie die Absicherung einer Unfallstelle.

Die Helfer vor Ort stehen auch für andere sinnvolle Tätigkeiten zur Verfügung, die der Rettungsdienst aus organisatorischen Gründen nicht zu leisten vermag. Weiterhin können sie auf Anforderung des leitenden Notarztes bzw. der leitenden Notärztin bei einem Massenanfall von Verletzten und/oder Erkrankten alarmiert werden.

Alle Tätigkeiten der Helfer vor Ort erfolgen ehrenamtlich und zusätzlich zur normalen Arbeit in der Bereitschaft.

Ansprechpartner

Klaus Albers

Heiner Alsmeier

Tel.: 05921 8836-51
alsmeier@drk-grafschaft-bentheim.de

Denekamper Straße 76
48529 Nordhorn

Einführung

Ehrenamtliche Ergänzung der Rettungskette

 

In Notfällen kommt es auf jede Sekunde an. Bis zum Eintreffen des hauptamtlichen Rettungsdienstes kann es gerade in Zeiten einer hohen Auslastung zu Verzögerungen kommen. Mit unserem System von ehrenamtlichen Helfern ergänzen wir die Rettungskette und übernehmen die Erstversorgung, während der Rettungsdienst noch unterwegs ist. Wir stellen damit keine Konkurrenz zum Rettungsdienst dar, sondern schließen versehentlich entstehende Lücken.

Das Projekt “Helfer vor Ort,”, dessen Ursprung in den USA liegt, existiert in der Grafschaft Bentheim seit 2001. Wir haben das Konzept durch neue Ausrüstung und Fortbildungen stetig weiterentwickelt. Aus jedem Einsatz nehmen wir wertvolle Erfahrungen mit.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich neben Job und Familie zusätzlich gemeinnützig engagieren, verdienen unseren ganzen Respekt. Es ist uns wichtig, Projekte, die der Bevölkerung im Notfall helfen und auf ehrenamtlicher Basis basieren, zu fördern.

Definition

Vom First Responder bis Helfer vor Ort

 

Helfer vor Ort (HvO), auch Notfallhelfer oder Sanitäter vor Ort (SanvO) genannt, stellen eine Ergänzung der Rettungskette dar. Im Englischen ist die Bezeichnung First Responder (Abk. FR) gebräuchlich, wörtlich übersetzt heißt dies „zuerst Antwortender“. Diese Bezeichnung wird teilweise auch in Deutschland und Österreich verwendet.

Der Helfer vor Ort kann gängige Notfallsituationen erkennen und einordnen. Er führt eine der Situation entsprechende Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch. Besonders hervorzuheben sind dabei Maßnahmen, deren Verzögerung schwerwiegende Folgen haben kann. Darunter fallen z.B.:

  • Basisreanimationsmaßnahmen mit/ohne Frühdefibrillation
  • Sicherung der Atemwege bei bewusstlosen Personen
  • Stillung starker Blutungen
  • Absicherung von Unfallstellen

Außerdem unterstützen Helfer vor Ort den professionellen Rettungsdienst, soweit es ihnen möglich ist, beispielsweise durch

  • Assistenz bei der Intubation
  • Assistenz der Medikamentengabe
  • Assistenz beim Transport in den Rettungswagen
  • Assistenz bei Venenpunktion
  • Betreuung von Angehörigen, Unfallbeteiligten
  • Nachforderung, Einweisung weiterer Rettungsmittel

Bei Großschadenslagen (Massenanfall von Verletzten) können die Helfer vor Ort ebenfalls zur Unterstützung Patientenbehandlung alarmiert werden. Alle Tätigkeiten des Helfers vor Ort erfolgen ehrenamtlich.

Damals und Heute

Wie wir dahin gekommen sind, wo wir jetzt sind

 

Das Projekt Helfer vor Ort startete als ein gemeinsames Projekt der DRK-Ortsvereine Bad Bentheim, Gildehaus und Schüttorf. Im Jahr 2001 entstand die Idee, immer wieder entstehende verlängerte Eintreffzeiten des Rettungsdienstes durch ehrenamtliche Erstversorger zu entschärfen. Nach ersten Gesprächen mit den Obergrafschafter DRK-Ortsvereinen und dem DRK-Kreisverband Grafschaft Bentheim e.V. zeichnete sich eine positive Resonanz ab, sodass im Frühjahr 2002 14 Bereitschaftsmitglieder aus den damals noch drei Ortsvereinen mit der Zusatzausbildung begannen.

Die Ausbildung wurde von Rettungsassistenten, einem Medizinstudenten und externen Referenten unter der Leitung von Dr. Richard Glied, damals Oberarzt der Anästhesie im Grafschafter Klinikum, durchgeführt. Das Leitungsteam der Helfer vor Ort begann indes organisatorische Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen und Skepsis unter diversen Verantwortlichen zu beseitigen. So sollte ein baldiger Start des Projektes ermöglicht werden. Der DRK-Ortsverein Bad Bentheim e. V. schaffte aus eigenen Mitteln erste Materialien an, die für die Ausbildung der Helfer unersetzlich waren. Dies waren ein Notfallrucksack, ein Automatisch Externer Defibrillator (AED), sowie weiteres Ausbildungsmaterial. Am 15.06.2002 legten dann zehn Helfer, nach insgesamt 130 Aus- und Fortbildungsstunden, die Abschlussprüfung unter Leitung von Dr. Richard Glied erfolgreich ab und erhielten eine Ausbildungsurkunde. Der Landkreis Grafschaft Bentheim genehmigte im Oktober 2008 den Start des Projektes und die Alarmierung der Helfer vor Ort wurde in der Alarm- und Ausrückordnung (AAO) des Rettungsdienstes integriert. Heute ist die Gruppe Helfer vor Ort eine eigene Gemeinschaft des DRK. Sie besteht aus Sanitätern mit Zusatzqualifikation Helfer vor Ort, Rettungssanitätern und Rettungsassistenten.

Das ehemalige Dienstfahrzeug der Helfer vor Ort ist seit Dezember 2011 außer Dienst, sodass die Helfer derzeit mit ihren privaten Fahrzeugen die Einsätze fahren müssen. Es werden, meist für mehrere Tage, jeweils ein primärer und ein sekundärer Dienst besetzt. Beide Helfer verfügen über einen Notfallrucksack und einen digitalen Meldeempfänger. Der primäre Helfer verfügt zusätzlich über einen Automatisch Externen Defibrillator (AED) und ein Funkgerät, welches ihm ermöglicht, Kontakt zu der Rettungsleitstelle und den Rettungsmitteln, die sich auf der Anfahrt befinden, aufzunehmen.

Es finden Dienstabende statt. Hier werden Aus- und Fortbildungen gehalten. Diese optimieren die Arbeitsweise und erweitern das Wissen der Helfer. Auch die Übung am Patienten selber darf nicht fehlen. Oftmals werden Fallbeispiele abgearbeitet und besprochen und Reanimationen an Puppen durchgeführt. Nur durch solche Möglichkeiten können sich die Helfer im Bereich der Notfallmedizin fit halten und sich weiterbilden. Jeder Helfer vor Ort nutzt zudem die Möglichkeit, regelmäßig praktische Erfahrung im Rettungsdienst zu erlangen.

Einsatz für den HvO

Wann der Helfer vor Ort benötigt wird

 

Die Obergrafschaft umfasst drei größere Ortsgebiete (Schüttorf, Bad Bentheim, Gildehaus) und kleinere „Bauernschaften“ mit einer Gesamtbevölkerung von annähernd 31.500 Personen. In Bad Bentheim befindet sich eine Rettungswache mit einem Rettungswagen in 24-Stunden-Bereitschaft sowie einem Rettungswagen, welcher von 07:00-19:00 Uhr von Montag bis Freitag sowie am Samstag und Sonntag besetzt ist. Die nächstgelegenen Rettungsmittel befinden sich in Nordhorn, Salzbergen, Rheine, Ochtrup und in Gronau (alle ca. 15 bis 25 Kilometer entfernt). Sind die Obergrafschafter Rettungsmittel bereits durch einen Notfalleinsatz gebunden oder nicht in Dienst, beträgt die Hilfsfrist im Falle eines weiteren Notfalls in der Obergrafschaft für eines der nächstgelegenen Rettungsmittel ca. 12 bis 17 Minuten. Die ehrenamtlichen Helfer vor Ort können jeden Punkt der Obergrafschaft in wenigen Minuten nach Eingang der Alarmierung erreichen. Daraus ergibt sich ein immenser Zeitvorteil, der erwiesenermaßen lebensrettend sein kann.

Voraussetzungen

Was der Helfer vor Ort mitbringen muss

 

Aufgrund der Vielfältigkeit der Notfallbilder und der Gefahr einer Überlastung der Helfenden, ist nicht jede Person geeignet, als Helfer vor Ort tätig zu werden. Eine psychische und physische Stabilität bildet die Grundvoraussetzung, um allen Aufgaben gerecht zu werden. So gleicht eine Reanimation oder ein Verkehrsunfall teils einer sportlichen Herausforderung. Nicht zu vergessen sind die oft belastenden Konfrontationen mit dem Tod oder mit schwerverletzten Personen.

Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft Helfer vor Ort sind die Volljährigkeit, die Mitgliedschaft im DRK sowie die bereits absolvierte Ausbildung zum Sanitäter. Für das Ehrenamt ist dies eine sehr hohe Forderung, welche sich allerdings bewährt hat. Somit müssen Helfer vor Ort die notwendige Bereitschaft zeigen, sich ständig fortzubilden. Aufgrund organisatorischer Begebenheiten muss jeder Helfer über einen Führerschein Klasse B (oder gleich-/höherwertig, mindestens drei Jahre alt) verfügen.

Aus- und Fortbildung

Wie wir uns auf dem neuesten Stand halten

 

Den ehrenamtlichen Helfern der Ortsvereine stellte sich mit der Einführung des Arbeitskreises Helfer vor Ort eine neue Herausforderung. Anders als im Katastrophenfall sollten sie nun eigenständig, ohne die Unterstützung von ärztlicher oder rettungsdienstlicher Seite, Erstmaßnahmen an einem Notfallbetroffenen ergreifen.

Gerade diese Erstmaßnahmen setzen jedoch ein hohes Maß an Erfahrung, theoretischen und praktischen Kompetenzen voraus, die sich der Sanitäter in der Katastrophenschutzausbildung nur schwerlich anzueignen vermag. Ein in der Erstversorgung eingesetzter Helfer vor Ort muss auf ein gewisses Maß an Kenntnissen zurückgreifen können, um der Akutsituation gewachsen zu sein.

Uns erscheint daher eine Zusatzqualifikation sinnvoll, die sich an der Ausbildung zum Rettungshelfer orientiert, gleichwohl diese von der Zeit her nicht erreicht werden kann. Der Vermittlung von praktischen Maßnahmen ist im Vergleich zu theoretischen ein entscheidender Vorzug zu geben. Die Gemeinschaft Helfer vor Ort Obergrafschaft favorisiert eine 100-stündige Zusatzqualifikation zum Sanitäter, die mit einer schriftlichen und praktischen Lernerfolgskontrolle, die unter ärztlicher Leitung steht, abschließt. Die Zulassung und Ausbildungsüberprüfung erfolgt durch den Landkreis bzw. durch seine Beauftragten.

Weiterhin unterliegt der Helfer vor Ort einer regelmäßigen Fortbildungspflicht von mindestens 30 Stunden pro Jahr. Die Fortbildungen werden von Sanitätsausbildern, Ärzten bzw. von Rettungsassistenten angeboten. Die Themen der Fortbildungen orientieren sich an üblichen rettungsdienstlichen Fragestellungen sowie an dem Interesse der Teilnehmer. Die Fortbildungsstunden sollen durch Praktika auf einem Rettungswagen ergänzt werden.

Besonders erforderlich ist für die Tätigkeiten der Helfer vor Ort eine jährliche Fortbildung in Frühdefibrillation mit einer Rezertifizierung der Reanimation, um rechtlichen Anforderungen zu entsprechen.

Ausstattung

Womit wir arbeiten

Automatisierter Externer Defibrillator:
Ein früher Schock kann entscheidend sein!
Beatmungsbeutel:
Wichtiges Hilfsmittel zur Beatmung,
wenn der Betroffene nicht mehr selbst atmet.

Die persönliche Schutzausrüstung und ein gewisser Stock an Versorgungsmaterial sind nötig, damit die Helfer vor Ort sich im Einsatz nicht gefährden und zudem eine optimale Erstversorgung leisten können.

Persönliche Schutzausrüstung

Jeder Helfer vor Ort muss durch geeignete Schutzkleidung gegen Gefahren am Einsatzort geschützt sein. Die Regelungen zur Schutzkleidung gelten analog zu denen im Katastrophenschutz. Jeder Helfer ist demnach verpflichtet, folgende Kleidung im Einsatz zu tragen:

  • Einsatzhose
  • Einsatzjacke
  • Sicherheitsschuhe
  • Feuerwehrhelm mit Visier
  • Schnittfeste Arbeitshandschuhe
  • Einmalhandschuhe

Um eine optimale Erstversorgung zu leisten, muss der Helfer vor Ort medizinisches Notfallmaterial mitführen. Eine Abstimmung der Materialen mit dem Rettungsdienst ist sinnvoll.

Notfallmedizinisches Material

Der Grundstock jeder Versorgung ist ein Notfallrucksack, der mit allen Materialien gefüllt sein muss, die der Helfer zu nutzen gelernt hat. Für die Versorgung eines Betroffenen mit Herz-Kreislauf-Stillstand ist weiterhin ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) unbedingt erforderlich, da dies die einzige wirksame Behandlung beim häufigen Kammerflimmern darstellt.

Als Mindestvorgabe existiert die DIN 13155, die vorgibt, welche Materialen auf einem Notfallkoffer bzw. einem Notfallrucksack vorhanden sein müssen.

Sinnvoll erscheinen zudem weitere Geräte, wie ein Pulsoxymeter sowie ein Blutzuckermessgerät, um von Anfang an eine ausreichende Diagnostik und dadurch eine schnelle Verbesserung der Lage des Patienten zu ermöglichen. Einige Materialien wollen wir hier exemplarisch nennen:

  • Automatisch Externer Defibrillator (AED)
  • Sauerstoff, mind. 2 Liter, mit regulierbarem Druckminderer (0-15 l/min)
  • Beatmungsbeutel mit Reservoir, Filter, Masken
  • Larynx-Tuben in verschiedenen Größen
  • Absaugpumpe, Guedel-Tuben, Magillzange
  • Blutdruckmessgerät und Stethoskop
  • Verbandmaterial und Rettungsschere
  • Schienungsmaterial (z.B. StifNeck select®)
  • Decken
  • Pulsoxymeter
  • Blutzuckermessgerät
  • Materialien zur Vorbereitung eines venösen Zugangs
  • Kristalline Infusionslösungen sowie Infusionssysteme
  • Dokumentationsbögen, Schreibmaterial
  • leuchtstarke Lampe
Alarmierung und Einsatz

Ablauf und Koordination

Digitaler Meldeempfänger

Alarmierungsstichwort

In folgenden Fällen kann die Rettungsleitstelle, nach Eingang der Notfallmeldung, zur Verkürzung des therapiefreien Intervalls parallel zum organisierten Rettungsdienst einen Helfer vor Ort alarmieren:

  1. Nach dem Meldebild liegt ein bedrohlicher medizinischer Notfall vor und nach Feststellung der Leitstelle ist davon auszugehen, dass ein Helfer vor Ort voraussichtlich wesentlich früher am Notfallort eintreffen wird als Kräfte des zuständigen Rettungsdienstes.
  2. Im Übrigen können Helfer vor Ort bei einer größeren Anzahl von Verletzten und/oder Erkrankten ergänzend alarmiert werden, um den organisierten Rettungsdienst zu unterstützen.

Durchführung des Einsatzes

Die Helfer haben sich in der Obergrafschaft aufzuhalten und in kürzester Zeit einsatzbereit zu sein. Die Fahrzeuge sind unverzüglich zu besetzen.

Im Einsatzfall werden die Helfer vor Ort über einen digitalen Meldeempfänger alarmiert, auf welchem sie die wichtigsten Daten des Einsatzes vorfinden. Dazu gehören der Einsatzort, ein Einsatzstichwort sowie in den besten Fällen ein Patientenname und Alter. Am Einsatzort angelangt, verschafft sich der ersteintreffende Helfer einen Überblick, gibt unmittelbar erforderliche Rückmeldungen an die Rettungsleitstelle und beginnt eine Erstversorgung am Betroffenen. Weiter eintreffende Helfer ergänzen diese und sorgen für ein Einweisen der Rettungsmittel. Sobald der Rettungsdienst eintrifft, übergeben die Helfer vor Ort den Betroffenen an den Rettungsdienst und leisten weitere Unterstützung, falls diese erforderlich ist. Anschließend werden ein Patienten- und ein Einsatzprotokoll angefertigt.

Vorteile einer schnellen Erstversorgung

Warum schnelle Hilfe wichtig ist

 

Sinn der Helfer vor Ort ist es, eine schnelle Erstversorgung in Akutsituationen zu gewährleisten. Die Erfahrung zeigt, dass Helfer vor Ort besonders häufig zu internistischen Notfällen gerufen werden.

Mit über 160.000 Fällen jährlich stellt der Plötzliche Herztod in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Bis zu 80 Prozent der Patienten, die einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden, weisen lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auf, die nur durch schnellste Hilfe einen guten Ausgang nehmen können (v. a. Kammerflimmern). Jede Minute ohne wirksame Reanimationsmaßnahmen reduziert die Überlebenschance des Betroffenen um 10 Prozent.

Mit einer statistischen Eintreffzeit des Notarztes von 7 oder 8 Minuten im Bundesdurchschnitt, besteht ohnehin schon eine erschreckend niedrige Überlebenswahrscheinlichkeit. Verlängert sich diese Eintreffzeit durch eine hohe Auslastung des Rettungsdienstes oder einen dezentral gelegenen Einsatzort, kann der Patient oftmals nicht mehr gerettet werden. In Deutschland überleben statistisch 7,4 Prozent der vom Rettungsdienst versorgten Betroffenen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand das Ereignis langfristig.

In der Literatur finden sich bei schneller Hilfeleistung (ca. drei Minuten) Überlebenswahrscheinlichkeiten von über 50 Prozent, bei direkter Defibrillation bis 70 Prozent. Seit einigen Jahren wird deshalb die sogenannte „Nächste-Fahrzeug-Strategie“ propagiert (in Studien bis zu sechsmal mehr Überlebende), d.h. das nächstgelegene geeignete Fahrzeug wird zum Einsatzort entsendet, auch wenn dieses nicht für einen Transport ins Krankenhaus geeignet ist.

Doch nicht nur der von einem Herz-Kreislauf-Stillstand Betroffene, sondern auch Schwerverletzte oder akut lebensbedrohlich Erkrankte profitieren erwiesenermaßen von einer schnellen Erstversorgung. Eine schnelle Erste Hilfe durch Helfer vor Ort ist auch deswegen sinnvoll, da anwesende Laien trotz Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nur in wenigen Fällen effektive Maßnahmen am Notfallbetroffenen ergreifen. Nur in etwa jedem zehnten Fall (9,3 Prozent) eines Herz-Kreislauf-Stillstandes wird durch anwesende Zeugen mit suffizienten Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, nur 28 Prozent der Bürger sind bereit und in der Lage, Erste Hilfe zu leisten. Somit erscheint eine zweigleisige Taktik sinnvoll, um die Rettungskette effektiver zu machen: eine Intensivierung und Optimierung der Breitenausbildung in Verbindung mit einer konsequenten Nächste-Fahrzeug-Strategie (Helfer vor Ort-Konzept) bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes.

Qualitätssicherung

Wie wir gute Arbeit leisten

 

Ärztliche Leitung

Die medizinische Verantwortlichkeit für die Gemeinschaft Helfer vor Ort liegt in den Händen eines Ärztlichen Leiters. Sowohl die Prüfungen zum Helfer vor Ort als auch die jährliche Unterweisung in der Frühdefibrillation stehen unter seiner Leitung. Der Ärztliche Leiter arbeitet eng mit den Ausbildern zusammen. Weiterhin hält er Kontakt zur Gruppe, um auf eventuell auftretende Schwierigkeiten in der medizinischen Versorgung rechtzeitig Einfluss nehmen zu können. Der Ärztliche Leiter verfügt über mehrjährige Erfahrung im Notarztdienst. Er kann andere geeignete Ärzte als Stellvertreter benennen, falls terminliche Schwierigkeiten seine eigene Anwesenheit verhindern.

Gemeinschafts- und Ausbildungsleitung

Die Gemeinschaft Helfer vor Ort wird von einem Gemeinschaftsleiter geleitet. Er vertritt die Gemeinschaft im Innen- und Außenverhältnis und kann sich eines Stellvertreters bedienen. Er ist zuständig für die Organisation der fachgerechte Aus- und Fortbildung der eingesetzten Helfer.

Dokumentation und Evaluation

Eine Dokumentation der Einsätze ist aus zweierlei Gründen erforderlich: Zum einen ist sie im Zuge von zunehmenden rechtlichen Konsequenzen in der gesamten Medizin aus dem Projekt nicht wegzudenken (rechtliche Absicherung), zum Anderen soll durch eine gute Dokumentation und statistische Aufarbeitung der Erfolg des Projektes abgeschätzt werden, um über den Sinn einer Ausweitung (oder einer Einstellung des Projektes) zu entscheiden. Die Einsätze der Helfer vor Ort werden auf zwei Formularen dokumentiert und evaluiert: Erstens werden die Personalien, die Lage und die medizinischen Maßnahmen auf einem Patientenprotokoll vermerkt. Zweitens füllen die Helfer vor Ort nach dem Einsatz ein Einsatzprotokoll aus, auf dem sie Schwierigkeiten, Materialschwächen und Fortbildungsbedarf notieren, um Problemen rechtzeitig zu begegnen. Weiterhin wird auf diesem Bogen die Eintreffzeit der Helfer vor Ort sowie die des Rettungsdienstes vermerkt, um zu evaluieren, ob ein Zeitvorteil zum Rettungsdienst gegeben ist. Beide Bögen werden im Nachhinein ausgewertet und statistisch erfasst. Diese Statistik wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wartung und Pflege

Analog zum Rettungsdienst muss eine exakte Durchsetzung des Medizinproduktgesetzes gewahrt bleiben. Die Helfer müssen auf ihr eigenes Material eingewiesen sein und dieses bedienen können. Eine Einweisung der Helferin die Materialien des Rettungsdienstes ist insofern wünschenswert, da die Helfer dem Rettungsdienstpersonal so zur Hand gehen können, falls dies gewünscht wird (z.B. Umgang mit Fahrtrage).

Richtlinien und Algorithmen

Um den ehrenamtlichen Helfern zu ermöglichen, ohne jahrelange Erfahrung in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen bei der Versorgung von Notfallpatienten zu fällen, wird in der Ausbildung auf Algorithmen (Handlungsabfolgen) zurückgegriffen. Durch das Einbinden fester Richtlinien in die Ausbildung, werden Behandlungsentscheidungen schneller getroffen. Die Belastung der Helfer in der Akutsituation sinkt, da sie sich auf das feste Konzept verlassen können. Der Ärztliche Leiter kann durch das Überwachen der Algorithmen besser abschätzen, wie die Helfer in den Notfällen reagieren.

Einsatzstatistik

2018

Einsätze

Orte

Notfälle

Unfälle

2017

Einsätze

Orte

Notfälle

Unfälle

Rettungsdienst

 

Rettungwagen in voller Fahrt
Foto: M. Tabel / DRK

Ein Unfall auf der Autobahn, eine Frau wird in der Fußgängerzone ohnmächtig, der Großvater hat plötzlich einen Herzinfarkt. Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes rettet Leben, 24 Stunden am Tag.

Jedes Jahr rücken die Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes zu mehr als 5,5 Millionen Einsätzen aus. Rund 2,3 Millionen davon sind Notfalleinsätze. Jeder neunte Bundesbürger nimmt Jahr für Jahr die Leistungen des DRK-Rettungsdienstes in Anspruch. Dabei steht der Mensch für unsere Mitarbeiter stets im Mittelpunkt. Der DRK-Rettungsdienst ist nicht nur schnell, professionell und zuverlässig, er ist vor allem menschlich.

 

Auf das DRK ist Verlass

 

Patienten und Menschen in Not können sich stets auf das Deutsche Rote Kreuz verlassen. Der DRK-Rettungsdienst übernimmt neben der Notfallrettung auch Krankentransporte. So haben die Patienten das gute Gefühl, auch bei einer Krankenhausverlegung oder einem anderen notwendigen Transport in den besten Händen zu sein.

 

Das DRK im Großeinsatz

 

Wenn ein Zug entgleist, ein Flugzeug abstürzt, ein Haus oder eine Brücke zusammenbricht muss der DRK-Rettungsdienst in kürzester Zeit viele Verletzte und geschockte Personen versorgen. In solchen Fällen arbeitet das gesamte Deutsche Rote Kreuz bundesweit zusammen, schickt Einsatzfahrzeuge, Rettungspersonal und medizinisches Equipment, um das Leiden der Betroffenen in kürzester Zeit zu lindern. Der Vorteil des Deutschen Roten Kreuzes: Bundesweit arbeiten rund 400.000 Ehrenamtliche für das DRK, die auf Ausnahmesituationen vorbereitet sind. Im Fall einer großen Katastrophe wird das Deutsche Rote Kreuz auch von den Schwestergesellschaften aus dem Ausland unterstützt.

 

Rettung, wo immer Sie auch sind

 


Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Das Herzstück des Rettungsdienstes ist die Leitstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim. Die besonders erfahrenen und geschulten Leitstellen-Mitarbeiter entscheiden situationsbedingt darüber, wie einem Notfallpatienten am besten geholfen werden kann.

Ansprechpartner

Klaus Albers

Klaus Albers

Tel.: 05921 8836-34
albers@drk-grafschaft-bentheim.de

Denekamper Straße 76
48529 Nordhorn

Ansprechpartner für Medizinproduktesicherheit

Rettungsdienst – Wie funktioniert das?

Was passiert bei einem Einsatz eigentlich genau? Wie würde es mir ergehen, wenn ich selbst einmal in eine lebensbedrohliche Situation käme?

Sehen Sie eine Reportage.

Rettungswachen

Rettungswache Bad Bentheim

Dienstzeiten

Montag bis Sonntag
1 RTW 00:00 – 24:00 Uhr

Montag bis Freitag
1 RTW 09:00 – 18:00 Uhr

Wachenleiter

Clemens Vosskötter

Tel.: 05922 99175
Fax: 05922 99174
Mail: vosskoetter@drk-grafschaft-bentheim.de

An der Diana 9
48455 Bad Bentheim

Rettungswache Emlichheim


Foto: M. Tabel / DRK

Dienstzeiten

Montag bis Sonntag
1 RTW 00:00 – 24:00 Uhr

Wachenleiter

Werner Zwick

Tel.: 05943 4779
Fax: 05943 914479
Mail: zwick@drk-grafschaft-bentheim.de

Berliner Straße 25
49824 Emlichheim

Rettungswache Nordhorn I


Foto: DRK

Dienstzeiten

Montag bis Sonntag
1 RTW 00:00 – 24:00 Uhr

Montag bis Freitag
1 KTW 09:00 – 18:00 Uhr
1 KTW 07:00 – 15:00 Uhr
1 KTW 07:00 – 16:00 Uhr

Samstag
1 KTW 08:00 – 20:00 Uhr

Wachenleiter

Christian Patschorke

Tel.: 05921 8836-0
Fax: 05921 8836-39
Mail: patschorke@drk-grafschaft-bentheim.de

Denekamper Straße 76
48529 Nordhorn

Rettungswache Nordhorn II


Foto: M. Tabel / DRK

Dienstzeiten

Montag bis Sonntag
1 RTW 00:00 – 24:00 Uhr

Wachenleiter

Jens Kremer

Tel.: 05921 7270830
Fax: 05921 7270832
Mail: kremer@drk-grafschaft-bentheim.de

Wietmarscher Straße 29
48531 Nordhorn

Rettungswache Uelsen


Foto: M. Tabel / DRK

Dienstzeiten

Montag bis Sonntag
1 RTW 00:00 – 24:00 Uhr

Wachenleiter

Holger Averes

Tel.: 05942 9899985
Fax: 05942 9899986
Mail: averes@drk-grafschaft-bentheim.de

van-der-Linde-Hof 5
49843 Uelsen

Fahrzeuge

Notarzteinsatzfahrzeug


Foto: M. Tabel / DRK

Ausstattung

gemäß DIN 75079

Personal

Rettungsassistent
Notarzt

Rettungswagen


Foto: M. Tabel / DRK

Ausstattung

gemäß DIN EN 1789 Typ C

Personal

Rettungsassistent
Rettungssanitäter

Krankentransportwagen


Foto: M. Tabel / DRK

Ausstattung

gemäß DIN EN 1789 Typ A2

Personal

Rettungssanitäter
Rettungshelfer